Unsere Schattenanteile kommen ans Licht

von Tanis Helliwell 

„Mögest du in interessanten Zeiten leben.”
Chinesischer Fluch

Die schlechten Nachrichten zuerst

Ich glaube, dass 2018 als ein chaotisches Jahr voller Angst in der Erinnerung haften bleiben wird. Nie zuvor seit dem Kalten Krieg zwischen Russland und der USA bestand eine so große Gefahr eines Weltkrieges. Die Bedrohung wurde realer, als die Anführer von Nordkorea und den USA sich eine Machtprobe wie unter Schulhof-Rowdies lieferten. Nicht zu vergessen die Anklage von Großbritannien, Russland habe einen früheren russischen Spion auf englischem Boden vergiftet, was einer Verletzung des territorialen Hoheitsrechts über die eigenen Grenzen gleichkommt. Auch scheint es so, selbst wenn der US-Präsident das bestreitet, als ob Russland zu seinen Gunsten in den Präsidentenwahlkampf eingegriffen hätte.

Tatsächlich brauchen wir gar nicht so genau hinzuschauen, um zu erkennen, dass überall die Grenzen fallen. In ganz Europa haben gigantische Massen von Flüchtlingen aus dem vom Kriege zerrissenen mittleren Osten zu Land und zu See die Grenzen überwunden, um im Westen Asyl zu suchen. Und diese Migrationsbewegung ist nicht auf Europa beschränkt, denn Kanada, die USA und andere Länder haben ihre Türen geöffnet, um einige dieser leidenden Millionen willkommen zu heißen. Nicht alle Länder heißen diese Menschen, die weniger glücklich sind als sie selber, willkommen. Einige Länder weisen Flüchtige zurück und überantworten sie dadurch dem sicheren Tod, während wieder andere eine Mauer bauen möchten, um die Armen daran zu hindern, am Wohlstand dieses Landes teilzuhaben.

An der Umweltfront sind die Neuigkeiten genauso katastrophal. Die Witterungsbedingungen auf dem ganzen Globus sind zunehmend unberechenbarer geworden, und während Wissenschaftler vereint zum Handeln aufrufen, werden sie durch die Untätigkeit der Regierungen oder einem regelrechten Verleugnen der Notlage, in der die Erde sich befindet, blockiert.

Und schlechte Nachrichten gibt es nicht nur dort draußen in der weiten Welt, gerade so wahrscheinlich gibt es sie auch in unserer Nähe. Denken wir nur an die Kinder, die selbst auf dem Schulhof von Kugeln bedroht sind, und an all die jungen Menschen, die auf die Straße gehen, um gegen den Verrat ihrer Elterngeneration zu protestieren, weil diese durch ihr Verhalten eine unsichere Welt geschaffen hat, die ihre Kinder erben werden.

Im Rückblick auf 2018 ist diese Zusammenfassung eine Widerspiegelung dafür, dass das Glas halb leer ist, doch wollen wir nicht dabei verharren. Warum? – Wie Studien zeigen, verlieren wir durch unsere Konzentration auf das Negative Energie, fühlen uns hilflos und hoffnungslos und unsere Angst und Sorge nehmen zu. Negative Gedanken erzeugen körperliche, mentale und geistige Krankheiten.

Die guten Nachrichten

Im Angesicht dieser Litanei an Problemen haltet ihr mich vielleicht für die unverbesserliche Optimistin, wenn ich über gute Nachrichten in der Welt spreche, aber das riskiere ich. Ich glaube ganz fest daran, dass unsere überholte, selbstzerstörerische Lebensweise dabei ist zu verschwinden, denn jetzt liegen die Auswirkungen dieser Lebensweise offen vor uns und wir erkennen Menschen, Situationen und uns selbst klarer als in der Vergangenheit. Der erste Schritt zur Veränderung liegt im Anerkennen der Tatsache, dass die alte Ordnung nicht funktioniert, um Gesundheit und Glück in unserer Welt zu erschaffen. Mein Vorschlag beinhaltet nicht, all das zu verleugnen, was wir bis zum heutigen Tage beobachten können, sondern diese Tatsache trotz all unserer Beobachtungen anzuerkennen. Das erfordert einen Sinneswandel und einen fest verankerten Glauben daran, dass das Göttliche – oder wie immer wir die universelle Intelligenz nennen möchten – uns zutiefst liebt und durch uns, bewusst oder unbewusst, daran arbeitet, uns auf eine höhere Bewusstseinsstufe zu bringen.

Ich habe wiederholt festgestellt, dass Menschen sich meistens erst dann ändern, wenn der Schmerz des Sich-nicht-Veränderns größer wird als der Schmerz, den die Veränderung mit sich bringt. In einer solchen Zeit befinden wir uns jetzt. In zunehmendem Maße werden wir mit unseren blinden Flecken konfrontiert, während wir Zeuge werden, wie unsere vermeintliche Sicherheit zusammenbricht und das Vertrauen in unsere Regierungen und religiösen Führer verloren geht. Wenn unsere Führungspersönlichkeiten nicht länger vertrauenswürdig und kein erstrebenswertes moralisches Beispiel sind, dann gibt es keinen Grund mehr, warum wir ihnen erlauben sollten, uns zu führen. Stattdessen müssen wir in unserem eigenen Leben die moralische Überlegenheit entdecken und ihr gemäß handeln. Dadurch können, als Beispiel, wir selbst uns zu einer Führungspersönlichkeit für andere entwickeln. Und dadurch zeigen wir anderen, dass sie ebenfalls dazu in der Lage sind. Eine Ära für eine neue Art von Führungspersönlichkeiten wird dann das Gebot der Stunde sein, Führungspersönlichkeiten, die sich den höheren Prinzipien der Menschheit verpflichten – dem Mitgefühl, der Vergebung, der Aufrichtigkeit, der Furchtlosigkeit und dem Willen, der universellen Intelligenz zu dienen.

Während wir selbst zu dem Wandel werden, den wir in der Welt haben möchten, erhöhen wir unsere Frequenz. Höhere moralische Werte einzuhalten, ist nicht länger mit Anstrengung und Willenskraft verbunden, wie es auf den niederen Frequenzen immer noch der Fall ist. Auf höheren Ebenen tragen sich diese positiven Eigenschaften von selbst. Da wir nicht mehr eine große Willenskraft anwenden müssen, um entsprechend dieser positiven Eigenschaften zu handeln, da sie zur Norm geworden sind, werden unsere Energie und unser Glaube verstärkt und wir erheben uns auf immer höhere Frequenzen.

Gegenwärtig befinden wir uns auf dem Weg in diese höheren Frequenzen, welche in metaphysischen Begriffen das Astralreich oder die Astralebene genannt werden. Die gute Nachricht ist, dass alle Menschen innerhalb der nächsten 2000 Jahre bewusst auf dieser Ebene leben werden. Um das jedoch zu erreichen, muss jede/r von uns die eigenen negativen Gedanken, Emotionen und Handlungen in positive umwandeln. C. G. Jung nannte diese dunkle Seite unserer Persönlichkeit unseren Schatten, der sich, je mehr wir ihn unterdrücken, umso stärker in Sucht-Verhalten ausdrückt und auf andere projiziert wird. Zu unserem Schatten gehören die Anteile von uns, deren wir uns schämen und die eng mit Eifersucht, Wut, Stolz, Habsucht, Begierden, etc. verbunden sind.

Niemand von uns liebt die eigenen Schattenanteile wirklich. Wir sind nicht stolz auf sie und versuchen, sie entweder zu verstecken oder klagen andere dieser Laster an, um von uns abzulenken. Jetzt müssen wir sie offen eingestehen, denn wir haben alle gemeinsam den kollektiven Schatten, der zu den Problemen der Welt geführt hat, erschaffen und aufrechterhalten. Je früher wir das voller Demut tun, umso schneller werden wir uns von unserer Krankheit erholen, denn ein Leben zu führen, das von unserem Schatten kontrolliert wird, bedeutet Krankheit. Indem wir diese dunklen Anteile von uns ans Licht bringen und in unsere Persönlichkeit integrieren, finden wir zu unserer wahren Kraft und werden zu unserem wirklichen Selbst.

Indem wir uns selbst und anderen eingestehen, dass unsere Glaubensüberzeugungen und Handlungen falsch sind, wird der Griff unseres Schattens lockerer und es entsteht ein Raum, in den das Göttliche eintreten kann. Das passiert vielleicht nicht innerhalb einer Minute, aber es wird passieren. Solange wir das nicht tun, werden wir im Chaos leben und mit ansehen, wie die alte Realität, die auf überholten Regeln beruht, auseinanderbricht. Halten wir jedoch an unserem tiefen Glauben und Vertrauen fest und ergeben uns dem Göttlichen, werden wir in Harmonie mit diesen höheren Frequenzen leben und den Himmel auf die Erde bringen. Das ist in den kommenden Festtagen, während wir das Jahr 2018 verlassen und das neue Jahr 2019 willkommen heißen, mein Herzenswunsch für uns alle.

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