Wir sind Hologramme

von Tanis Helliwell

Vor einigen Jahrzehnten besuchte ich das Museum of Holography in New York City (geschlossen seit 1992), das 3D-Bilder in Lebensgröße von Menschen zeigte. Ich war vollkommen unvorbereitet auf die Wirkung, die diese Ausstellung auf mich ausübte. Als ich an einem lebensgroßen Mann, der ein Fahrrad fuhr und einer Frau, die mir eine Kusshand zuwarf, vorbeiging, wurde mir klar, dass jede/r von uns ein Hologramm ist und dass das, was wir uns als unsere reale Welt vorstellen, ebenfalls ein Hologramm ist. Dieses Wissen war nicht theoretischer Natur, es war wie eine Tür, die sich in eine andere Realität öffnete – etwas in der Art, wie es den Menschen vor 500 Jahren passiert sein muss, als sie erkannten, dass die Sonne, nicht die Erde das Zentrum des Sonnensystems ist. Wenn ein solcher Sprung passiert, kann man nicht zu den früheren Überzeugungen zurück, und seit damals habe ich mit großem Interesse die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten im Bereich des Bewusstseins verfolgt, um zu sehen, ob und wann sich ein ähnlicher Sprung ereignen würde.

Ich entdeckte, dass der Quantenphysiker David Bohm und der Neurophysiologe Karl Pribram ungefähr zur selben Zeit von der holographischen Natur des Universums und des Gehirns sprachen, als ich mein Wissen erlangte – und wir kamen alle aus unterschiedlichen Erfahrungsbereichen. Ist das ein Zufall? – Ich glaube nicht. Die Natur des kollektiven Unbewussten zeichnet sich dadurch aus, dass, wenn eine Person etwas entdeckt, sie eine Gedankenform für andere erschafft, welche ein Interesse daran haben, sich dieser Gedankenform anzuschließen. Diese Gedankenformen werden stärker, je mehr Menschen ähnliche Gedanken denken, und jede bedeutende Gedankenform hat vielfältige Noten/Töne, abhängig von dem Filter, den der einzelne wahrnehmende Mensch bevorzugt. Wenn wir einen wissenschaftlichen Filter besitzen, werden wir uns dem Thema wahrscheinlich durch eine Linse wie z. B. der Quantenphysik, der Mathematik, der Astronomie oder der Neurophysiologie annähern. Wenn wir eine spirituelle Neigung haben, kann es sein, dass wir meditieren, bei einem erleuchteten Meister studieren oder spirituelle Bücher lesen.

Die Wissenschaft mit ihren Fortschritten in den letzten 50 Jahren ist wunderbar, viele wissenschaftliche Theorien entsprechen jedoch immer noch einem ego-bezogenen Modell, das Menschen im Zentrum sieht, deren Bewusstsein sich in einem vorhersehbaren Rasterbild ähnlich Computern entwickelt. Heute, im März 2018, hörte ich einen NASA-Astronomen sprechen, Rich Terrile, der die ‚Simulations-Hypothese’ unterstützt, die besagt, dass unser Schöpfer ein kosmischer Computerprogrammierer ist und wir das ausgeführte Programm sind, etwa in der Art, wie wir es in dem Film ‚Matrix’ sehen können. Er hält es für wahrscheinlich, dass Menschen und unsere reale Welt eine Simulation sind und dass die Menschheit bald in der Lage sein wird, ähnliche 3D-Simulationen zu erzeugen. Auf diese Weise werden wir zu Göttern einer simulierten Welt in der Zukunft und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Wissenschaft haben, die das kann.

Ich stimme Dr. Terrile zu in der Hinsicht, dass unsere 3D-‚reale’-Welt eine Simulation ist oder, wie die indischen Veden es vor 4000 Jahren ausdrückten: ‚Wir sind ein Traum, der von Gott geträumt wird’. Dr. Terriles Vision unserer Zukunft beruht jedoch auf der irrigen Voraussetzung, dass nicht nur unsere dritte Dimension, sondern alle Dimensionen in unserem Universum mit denselben wissenschaftlichen Gesetzen übereinstimmen, die er zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit seiner 3D-Sicht wahrnimmt. Professor Peter Millican, der Philosophie und Computerwissenschaften an der Oxford University lehrt, denkt, dass die Matrix-Theorie mit Fehlern behaftet ist. Er sagt in einem Artikel in MessageToEagle.com: „Die Theorie scheint auf der Annahme zu beruhen, dass ‘Superminds’ (Menschen/Wesen mit überragenden geistigen Fähigkeiten) Dinge auf dieselbe Art wie wir erledigen würden.“

Ich stimme mit Millican überein und mir geht es gut mit den Aussagen des theoretischen Physikers und Mathematikers Dr. Sylvester James Gates Jr. von der University of Maryland, der sagt, dass die Simulationshypothese uns aus dem Reich des natürlichen Universums herausführt und auf derselben Struktur beruht wie die klassischen Religionen der Griechen und Römer, während Götter physisch sind wie wir… nur weiter entwickelt. Wie sich herausstellt, befindet sich Gates, im Unterschied zu Terrile, nicht im Konflikt zwischen seinem Vertrauen in die Wissenschaft und seinem spirituellen Glauben und kann erkennen, dass beide wahr und wesentlich für das Überleben unserer Spezies sind.

Meine Intuition sagt mir, dass sowohl die Wissenschaft als auch die Spiritualität einen Teil der Antwort besitzen. Wissenschaftler, wie z. B. Terrile, stellen den Menschen ins Zentrum, was eine ego-bezogene Sicht mit der göttlichen Intelligenz als dem letztendlichen Wissenschaftler darstellt. Auch die Religion kann sich irren und genauso ego-bezogen sein, wenn sie glaubt, dass die göttliche Intelligenz sich von unserer unterscheidet und dass wir immer Kinder bleiben werden, die darauf hoffen, dass Gott als ein guter Elternteil uns von dieser traurigen Realität, die wir unsere Welt nennen, erretten wird. Ich heiße eine Sowohl/als auch – Sicht willkommen, die darin besteht, dass wir uns zu Schöpfer-Göttern entwickeln, aber das ist jenseits der Vorstellung unseres Egos und kann nur erfahren werden durch einen fundamentalen Bewusstseinswandel, der sich in der 3D-Realität nicht findet. Das befindet sich außerhalb von Zeit und Raum – wie können wir dies also aus unserem Ego heraus erkennen, aus unserem Ego, das ein Konstrukt ist?

Manche fragen jetzt vielleicht: „Wenn unser Ego ein Konstrukt ist, eine Simulation, was ist dann mit unserer Seele? Ist sie nicht ewig?” – Auch die Seele ist ein Konstrukt, aber in einer höheren Frequenz unseres Mental-/Kausalkörpers. Es wird eine Zeit in unserer Evolution kommen, wenn sich sogar unsere Seele auflöst und nur alles durchdringende, göttliche Intelligenz übrigbleibt.

Obwohl es so klingen mag, als ob ich der Wissenschaft kritisch gegenüberstünde, bin ich doch erleichtert über die Entdeckung der Wissenschaft, dass unser Universum ein Hologramm ist und dass wir, da wir unwirklich sind, Simulationen in ihm sind. Wir bewegen uns hinaus über unsere Vorstellungen von dem, was möglich ist. Fast täglich geschehen Durchbrüche auf allen wissenschaftliche Gebieten und es entstehen neue Felder wie z. B. die Epigenetik, sythetische Biologie, Ernährungsgenomik, Quantenbiologie und Exo-Meteorologie (studiert natürliche Prozesse auf andere Planeten). Es wäre schön zu denken, dass ich noch als 3D-Simulation auf der Erde lebe, wenn dieser nächste große Bewusstseinssprung geschieht. Aber falls nicht, bin ich vielleicht schon wieder zurück in einem anderen simulierten Körper und tue in dieser 3D-Existenz, was ich kann.

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