Gedanken zu unserer Zeit

Von Tanis Helliwell

In welch einer verrückten, erschreckenden und inspirierenden Zeit wir doch leben! Tagtäglich kann ich beobachten, wie in unserer Welt das Alte geht und das Neue hervortritt. Das passiert natürlich nicht ohne Kampf. Wir können das an unseren narzisstischen politischen Führern und dem extremen Wetter mit seinen Wirbelstürmen und Erdbeben erkennen, doch sind das vorhersehbare Dinge am Ende einer Ära. Die Erde selbst rebelliert gegen die Behandlung, die sie von den Menschen erfährt und ruft laut und klar, dass wir ihr zuhören und die ökologischen Probleme in Ordnung bringen sollen, die wir seit Hunderten von Jahren erschaffen. Lasst uns endlich auf die Erde hören!

Und was mit der Erde geschieht, wirkt sich genauso auf uns selbst aus, bis in jede einzelne Zelle unseres Körpers. Unser Ego wird bis ins Mark erschüttert, damit es endlich alle unwichtigeren Bedenken loslässt, durch die wir an irrtümliche Gedanken und Handlungen gefesselt bleiben. Eckhart Tolle nennt das Ego „den Schmerzkörper“, denn es verzehrt sich nach Dingen, die zu körperlichem, emotionalem und mentalem Leiden führen.

In meinem eigenen Leben wird mir immer stärker bewusst, dass alle meine Grenzen am Zusammenbrechen sind, alles, was ich bin und was ich tue und sogar was ich für die Wahrheit halte. Habt ihr, falls ihr euer Leben in einzelne Segmente aufgeteilt habt, ebenfalls festgestellt, dass genau das jetzt mit euch geschieht? Wenn ihr zum Beispiel eure Familie, Arbeit, Freunde, euer spirituelles Leben, eure Finanzen fein säuberlich in verschiedenen Schubladen voneinander getrennt hattet, kann es sein dass diese Trennung sich jetzt auflöst, so dass ihr in allen Situationen authentischer so sein könnt, wie ihr tatsächlich seid. Oder wenn ihr mit euch selbst anders umgeht als mit anderen, so müsst ihr auch diese Haltung aufgeben. Wir alle werden wahrhaftig eins und alles wird zu EINEM.

Glaubt mir, ich weiß, dass das nicht einfach ist; doch ist es notwendig und schön, denn wir werden vom Göttlichen vollständig verwandelt.

Ein Beispiel: Meine Rolle in diesem Drama

Vor kurzem hielt ich eine Telekonferenz ab mit lauter Menschen, die alle schon seit Jahren meine Schüler sind. Ich erwähne das, um zu zeigen, dass wir uns sehr gut kennen und uns zutiefst vertrauen und dass wir alle in unserem jeweiligen Leben schon einiges an Transformationsarbeit geleistet haben. Das Thema der Telekonferenz war Verrat und die Tatsache, dass Hass und Angst kollektive Muster sind, mit denen die ganze Menschheit sich gegenwärtig auseinandersetzt, und dass wir diese Muster in Frieden, Vertrauen und ein tiefes Annehmen von anderen umwandeln müssen.

Alles lief gut (meiner Meinung nach), die Teilnehmer tauschten gegenseitig ihre Aha-Erlebnisse und tiefen Einsichten aus, und wir fühlten uns wohl miteinander und gegenseitig unterstützt, als eine von uns, eine Kanadierin, mit großer, emotionaler Besorgnis sinngemäß sagte: „Es erschüttert mich, wenn ich in den Nachrichten sehe, was in Puerto Rico passiert und dass niemand den Menschen hilft und sie verhungern müssen.“

Bei einer anderen Teilnehmerin, einer Amerikanerin, die normalerweise sehr ruhig ist, waren offensichtlich ein paar wunde Punkte getroffen worden, denn in Verteidigung ihrer Regierung und deren führender Mitglieder warf sie heftig ein: „Das ist nicht wahr, unsere Regierung hat Container voller Nahrungsmittel hingeschickt, doch das Problem ist, dass sie in Puerto Rico keine Infrastruktur aufgebaut haben, um die Nahrung zu verteilen.“

Und blieb ich selbst neutral? – Keineswegs! Offensichtlich war jetzt bei mir etwas getriggert worden und ich stieg in die Diskussion ein mit etwas wie: „Wir müssen aufhören, anderen die Schuld an den Problemen zu geben, mit denen wir in der Welt konfrontiert sind, und „f..k..g“ anfangen, Verantwortung für das zu übernehmen, was jede/r von uns tut, um mit diesen Problemen umzugehen. Reden ist einfach, wie wär’s mit Handeln in eurem eigenen Leben?“

Da ich das “F“-Wort nur benutze, wenn ich wirklich aufgebracht bin, wusste ich, dass ich weit davon entfernt war, neutral zu sein, und es gelang mir schließlich, mich selbst wieder genug zu beruhigen, um in einen Dialog mit den anderen zu gehen. Um die erste Sprecherin besser verstehen zu können, bat ich sie, uns genauer zu erklären, WARUM das Ganze sie jetzt so aufregte und woran es lag, dass sich ihre jetzige Reaktion über die Situation der Welt sich so sehr von ihrer Reaktion in den letzten Jahren unterscheidet.

Doch zu meiner größten Einsicht kam ich am Ende der Telekonferenz. Ich dachte darüber nach, warum ich mich über die Ansichten dieser beiden Teilnehmerinnen so aufgeregt hatte und kam zu der unangenehmen Erkenntnis, dass meine Sicht der Dinge nicht „richtiger“ war als diejenige der anderen zwei, sie stellte lediglich eine weitere Option dar. Noch besser, mir wurde klar, dass jede/r das Recht auf die eigene Meinung hat, selbst wenn der Ton in meinen Ohren Schuldzuweisungen enthält – und dass wir alle drei voreingenommen waren. Dadurch entdeckte ich in der Praxis, nicht der Theorie, dass es, wenn wir das nicht anerkennen können, niemals Frieden in unserer Welt geben wird, weil jeder, der nicht mit unserer Meinung übereinstimmt, immer ein Feind bleiben wird, gegen den wir uns verteidigen müssen. Wie Jesus sagte: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ – und kollektiv gesehen ist niemand von uns ohne Sünde.

Was kann ich sonst noch tun?

Somit einigten wir uns: Es ist eine schwierige Zeit in der Evolution der menschlichen Spezies. Was also können wir tun, um auf die höheren Frequenzen des Wassermann-Zeitalters zu kommen, während wir den Todeskampf des Fische-Zeitalters durchleben? Hier sind ein paar Ideen:

  1. Halte die Hoffnung in dir lebendig und lebe in der Gegenwart, sei vollständig präsent und zeige dich in jedem einzelnen Moment, bis alle dunklen Bereiche, an denen du noch anhaftest, zurück ins Licht verwandelt werden.
  2. Es kann sein, dass du Zeit für Stille und Pausen brauchst; versuche nicht, hervorzustoßen aus diesem heiligen Ort der Wiedergeburt.
  3. Denk daran, dass du vollkommen bist, so wie du bist, und dass alle, die bei dir sind, vollkommen sind und dass deine Lebensumstände vollkommen sind, so dass du zu dem strahlenden Juwel werden kannst, das du bist.
  4. Dies ist eine Zeit der Reinigung. Von welchen alten Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen musst du dich verabschieden? Mach das jetzt, lass keine Ausreden gelten.
  5. Probier neue Arten des Zusammenseins mit anderen und dir selbst aus. Perfektion ist NICHT notwendig. Stattdessen spiel und vertrau auf deine rechte Motivation, um in positiver Weise noch kraftvoller zu werden, als du schon bist.
  6. Sei dankbar, zur jetzigen Zeit am Leben zu sein. Es ist eine Zeit, in der Pioniere der neuen Welt zur Geburt verhelfen dürfen. Sei, vor allem anderen, mutig und liebevoll.
  7. Alles ist jetzt gut und wird es auch morgen sein, also ruh dich aus, entspann dich, bis du dir über deinen nächsten Schritt klar bist. Durchbrich den Kokon des Schmetterlings erst, wenn dein neuer Körper ganz ausgeformt ist, damit du wundervoll fliegen und auf deinen Reisen, wohin sie dich auch führen mögen, viele Menschen befruchten kannst.

Als Hilfe auf deinem Weg der spirituellen Transformation findest du hier Informationen zu meinen Kursen im Selbststudium.

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