Wollen wir Angst oder Liebe leben?

20150805-LESBOS-slide-ZG91-articleLargevon Monika Bernegg & Tanis Helliwell

Was wir gegenwärtig in der Welt anhand der Flüchtlingskrise und den zugrundeliegenden Ursachen sehen können, sind die zwei Wahlmöglichkeiten, mit denen sich jede/r von uns konfrontiert sieht: Wollen wir ein Leben aus der Angst oder aus der Liebe heraus leben?

Flüchtlinge hämmern an die Tore Europas…

Tausende und Abertausende von Flüchtlingen fliehen aus ihren Heimatländern und versuchen, in Europa Sicherheit zu finden. Eltern mit Kindern, minderjährige Jugendliche, junge Männer von überall in Afrika, Libyen, Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, etc. laufen vor Krieg, Zerstörung und Hoffnungslosigkeit davon und lassen alles zurück, was sie einmal ein Zuhause genannt haben: ein Heim, eine Arbeit, Freunde und Familie, Sicherheit.

Und Europa? – Europa ist gespalten. Seit Jahren schon sahen sich Griechenland und Italien mit all denen konfrontiert, die über das Mittelmeer kamen, wovon Tausende schon bei der Überquerung ihr Leben verloren und immer noch jeden Tag verlieren. Und Griechenland und Italien wurden allein gelassen, sie mussten sich um die Überlebenden kümmern, während der Rest von Europa lange versuchte, den Kopf in den Sand zu stecken.

Jetzt ist das nicht mehr möglich. Der Strom von Menschen, der sich von Griechenland aus durch die Balkanstaaten Richtung Österreich, Deutschland und weiter hinein nach Europa bewegt, nimmt kein Ende. Und wie wir gesehen haben, lässt er sich auch durch nichts aufhalten. Wird eine Grenze geschlossen, sucht sich der Strom eine andere Stelle. Die Menschen sind schon zu lange unterwegs, haben schon zu viele Länder durchquert, zuviel durchgemacht, als dass sie jetzt aufgeben würden – und zurück können sie nicht mehr, denn dort gibt es nichts mehr für sie, keine Unterkunft, keine Arbeit, keine Sicherheit, keine Zukunft.

Und wir alle müssen uns der Frage stellen: wie gehen wir mit Flüchtlingen um? Wollen wir immer noch mehr und noch höhere Zäune errichten; Polizeipräsenz verstärken; zusehen, wie Flüchtlingsunterkünfte in Brand gesteckt werden, etc., etc.?
So viele Menschen haben in den letzten Wochen gezeigt, dass sie einen anderen Weg gehen wollen: sie sind zu den Bahnhöfen und Plätzen gegangen, haben den Menschen zu essen und zu trinken gebracht, haben geholfen, Unterkünfte zu errichten, Menschen medizinisch zu versorgen oder sie haben Pakete mit Kleidung und Schuhen geschickt oder Geld gespendet.

Jetzt kommt es darauf an, dass wir alle uns dafür einsetzen, dass die Asylverfahren verkürzt werden, dass Menschen schneller in Arbeit kommen, dass sie Sprachkurse bekommen und sich tatsächlich integrieren können.

Und natürlich brauchen wir ein gemeinsames europäischen Vorgehen, alle Länder Europas sind aufgerufen, Flüchtlinge aufzunehmen und sie menschenwürdig zu behandeln – entsprechend der Menschenrechtskonvention und den christlichen Werten, denen sich alle verpflichtet fühlen.
Und natürlich müssen wir uns den Fragen stellen, wieweit wir alle an den Ursachen beteiligt sind, weswegen Menschen ihre Heimat verlassen, wieweit die sogenannten „entwickelten“ Länder (und das betrifft nicht nur Europa!) mit ihrer ökonomischen und Finanzpolitik zu diesem Massenexodus beigetragen haben.

In Wirklichkeit gibt es keine Grenzen, keine Trennung, das ist eine Illusion. Wir sind eine Menschheit, wir bewohnen einen Planeten. Wir sind eins. Was den anderen geschieht, geschieht uns selbst, auch wenn wir das nicht immer schon im selben Moment am eigenen Leib erkennen.

Und wie steht es mit Kanada und den Vereinigten Staaten?

In Kanada, kurz vor einer wichtigen Wahl, wird die Flüchtlingskrise begleitet von den Themen Umwelt, Gesundheitswesen und Wirtschaftsproblemen, die als oberste Prioritäten von unseren hauptsächlichen politischen Parteien diskutiert werden. Wie viele Flüchtlinge wird Kanada aufnehmen? 10.000 sagen die Konservativen, aber nur wenn wir gewählt werden. 40.000 sagen sowohl die Liberalen als auch die neue Demokratische Partei. Aber wie leicht ist es, Flüchtlinge nach Kanada zu bringen? Es gibt viele Agenturen, kleine Gruppen und private Initiativen, die helfen wollen und die die $ 38.000,– aufbringen können, die gebraucht werden, um eine Familie von vier Mitgliedern nach Kanada zu bringen. Doch der Papierkrieg, der dazu nötig ist und der von der gegenwärtigen konservativen Regierung verlangt wird, ist entmutigend, und viele Menschen finden sich in diesem Wust nicht zurecht.

Regierungen, inklusive der von Kanada und den USA, machen oft Gesetze, um Flüchtlinge draußen zu halten, aus Angst, dass ihre eigenen Landsleute ihre Jobs verlieren werden und dass sie nicht über die entsprechende Infrastruktur verfügen, um Flüchtlinge integrieren zu können, die ohne Geld kommen, die die Sprache nicht sprechen und manchmal auch ohne viele Fertigkeiten oder sogar krank kommen.

Das ist eine Position der Angst, anstatt zu sehen, dass es oft die Politik derselben Regierung ist, die gerade die Probleme in den Herkunftsländern der Flüchtlinge geschaffen hat. Das kann durch eine entsprechenden Wirtschaftspolitik als auch durch religiöse Intoleranz geschehen, die die Bedingungen geschaffen haben, aus denen Krieg und Gewalt entstanden sind.

Oft wollen die Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat Erfolg haben; sie arbeiten länger und oft an Arbeitsplätzen, die von Einheimischen gemieden werden und erzeugen dadurch für Einheimische einen höheren Standard. Das ist großartig, weil es zu einer besseren Absetzbarkeit der Produkte dieser neuen Länder beiträgt. ABER es bringt den Status Quo durcheinander, und die Angst vor Veränderung ist bei vielen Menschen sehr verbreitet. Es ist entscheidend, dass wir uns darauf konzentrieren, was wir sowohl für unser Land als auch als ein Individuum gewinnen können, wenn wir denen helfen, die schlechter dran sind als wir. Angst konzentriert sich auf Verlust und engt uns ein, Liebe macht uns weiter, und durch Liebe werden wir zu einem besseren Menschen. Auch führt Liebe letzten Endes zu Weltfrieden und beendet Situationen, durch die Flüchtlinge produziert werden.

Es ist entscheidend, dass wir unser Leben aus der Liebe und nicht aus der Angst heraus führen. Wenn uns das gelingt, werden die Probleme, mit denen wir uns heute konfrontiert sehen, dort, wo sie entstehen, behoben. Ich habe einen Kurs – Transformation der Angst – entwickelt, der euch genau dabei helfen kann. Ich hoffe, ihr werdet euch uns und den vielen anderen anschließen, die ein Leben voller Liebe führen wollen.

Bitte hier klicken, um sich anzumelden: LINK to Transformation der Angst.

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